Eine funktionierende barrierefreie Orientierung im Innenbereich entsteht nicht durch einzelne Produkte, sondern durch eine fachlich fundierte Planung.
Taktile Bodenleitsysteme müssen an die baulichen Gegebenheiten, die tatsächliche Nutzung eines Gebäudes und die Anforderungen der Nutzer angepasst werden.
Ohne diese Grundlage entstehen Systeme, die zwar formal vorhanden sind, im Alltag jedoch keine verlässliche Orientierung bieten.
Die Beratung bildet den Ausgangspunkt jeder Planung. Dabei werden Raumstrukturen, Wegebeziehungen, Nutzungsschwerpunkte und typische Bewegungsmuster analysiert. Ziel ist es, Orientierung nicht abstrakt zu beschreiben, sondern konkret im Gebäude abzubilden.
Entscheidend ist, wo Orientierung benötigt wird, welche Informationen taktil vermittelt werden müssen und wie diese logisch miteinander verknüpft werden.
Auf Basis dieser Analyse wird ein schlüssiges Orientierungskonzept entwickelt. Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfelder werden nicht isoliert betrachtet, sondern funktional aufeinander abgestimmt.
Eine durchgängige, widerspruchsfreie Wegeführung ist dabei wichtiger als die bloße Anzahl eingesetzter Bodenindikatoren. Unterbrechungen, unklare Übergänge oder widersprüchliche Signale führen in der Nutzung regelmäßig zu Orientierungsverlusten und werden im Planungsprozess gezielt vermieden.
Die Planung erfolgt normorientiert, jedoch stets praxisbezogen. Normative Anforderungen definieren Rahmenbedingungen, ersetzen aber keine fachliche Bewertung der konkreten Situation.
Erst die richtige Anordnung, Dimensionierung und Platzierung der Bodenindikatoren stellt sicher, dass taktile Informationen im Alltag wahrgenommen und korrekt interpretiert werden können.
Ein wesentlicher Bestandteil der Planung ist die Berücksichtigung der baulichen und betrieblichen Rahmenbedingungen. Bodenbeläge, Untergründe, Reinigungsintervalle, Verkehrsaufkommen und mögliche spätere Veränderungen werden frühzeitig einbezogen, um eine dauerhaft nutzbare Lösung zu gewährleisten.
Je nach Gebäude und Nutzung kommen fest installierte oder flexibel verlegbare Systeme zum Einsatz, die anpassbar oder rückbaubar sein können.
Die Erfahrung aus zahlreichen realisierten Projekten zeigt, dass Fehlplanungen selten auf mangelnde Normkenntnis zurückzuführen sind, sondern auf eine unzureichende Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Nutzungssituation. Beratung und Planung haben daher das Ziel, Risiken frühzeitig zu erkennen, Fehlstellen zu vermeiden und Orientierungslösungen zu entwickeln, die langfristig funktionieren.
Beratung und Planung sind damit kein formaler Zwischenschritt, sondern die fachliche Grundlage für jede wirksame barrierefreie Orientierung im Innenraum.
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